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Berliner Akademie
für Psychotherapie

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10179 Berlin

Für PatientInnen
Tel: (030) 20 91 66 110

Weltanschauung im Behandlungsraum. Psychotherapie mit radikalisierten PatientInnen. - Vortrag und Workshop von Herrn Dr. Martin Altmeyer

Wir laden Sie herzlich zu einer Fortbildungsveranstaltung von Herrn Dr. Martin Altmeyer am 08. und 09. November 2019 an der Berliner Akademie für Psychotherapie ein.

Vortrag am 08.11.2019 (19:00 - 21:15 Uhr) 3 FE

Im Verlauf einer psychotherapeutischen Behandlung äußern PatientInnen gelegentlich Ansichten über Gott und die Welt, die wir lieber nicht hören mögen. Sollen wir darauf eingehen? Aber wie? Lässt sich das Selbstbild eines Patienten überhaupt von seinem Weltbild trennen? Sollen wir versuchen Politik und Religion aus dem Behandlungsraum ganz herauszuhalten? Das sind Fragen, für die es keine Standardantworten gibt. Jedenfalls bedeuten solche Patientenäußerungen, insbesondere, wenn sie an unsere eigenen Überzeugungen rühren, eine Belastungsprobe für die therapeutische Beziehung. Zugleich liegt darin eine Chance, mit dem Patienten zusammen die innere Verbindung zwischen seiner Selbst- und seiner Weltbeziehung zu erforschen, um womöglich mehr über Geschichte und Art seiner psychischen Störung zu erfahren - auch jenseits von Übertragung und Gegenübertragung.

Workshop am 02.12.2017 (9:30 Uhr - 17:30 Uhr) 8 FE

Im Zuge ihrer intersubjektiven Wende, eines „relational turn“, versteht die moderne Psychoanalyse seelische Erkrankungen als Ausdruck problematischer Interaktionserfahrungen. Deshalb steht im Zentrum der Behandlung weniger der intrapsychische Konflikt des Patienten, den der Therapeut aus einer neutralen Beobachterposition zu verstehen und zu deuten hätte, sondern vielmehr dessen gestörte Beziehung zu sich selbst wie zu seiner Umwelt.  Diese doppelte Beziehungsstörung entfaltet sich auch in der therapeutischen Beziehung, an der der Therapeut seinerseits als Person beteiligt ist. In der Behandlung von Patienten mit radikalen politischen oder religiösen Überzeugungen bedeutet das für uns eine besondere klinische Herausforderung. Neben der Theorie bietet der Workshop den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, eigenes Fallmaterial einzubringen.

Dr. rer. med. habil. Martin Altmeyer, Dipl. Psych., Supervisor (BdP). Geboren 1948 in Völklingen/Saar. Lebt und arbeitet in Frankfurt/Main in eigener Praxis. Promotion 1999, Habilitation 2007. Langjährige Tätigkeit als klinischer Psychologe in der Reformpsychiatrie und als Leiter der Personal- und Organisationsentwicklung bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Vertritt einen relationalen Ansatz innerhalb der Psychoanalyse. Mitglied der IARPP (International Association of Relational Psychoanalysis and Psychotherapy).

Publikationen:
Narzissmus und Objekt. Ein intersubjektives Verständnis der Selbstbezogenheit. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2000 (2. Auflage 2004).
Im Spiegel des Anderen. Anwendungen einer relationalen Psychoanalyse. Gießen 2003 (Psychosozial-Verlag). (Hg. zusammen mit Helmut Thomä):
Die vernetzte Seele. Die intersubjektive Wende in der Psychoanalyse. Stuttgart (Klett-Cotta) 2006
(3. Aufl. 2016).
Auf der Suche nach Resonanz. Wie sich das Seelenleben in der digitalen Moderne verändert. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2016 (2. Auflage 2016).

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltungen ist unbedingt erforderlich!

Gebühr für den Vortrag: 10 Euro; PiA’s: 5 Euro; PiA’s der BAP und StudentInnen: kostenlos
Gebühr für den Workshop: 150 Euro

Informationen und Anmeldung:
Esther Fußbach, Tel. 030/209166-151, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!